Schattenspiel

Wir liegen Arm an Arm in dieser Frühlingswiese, die gerade erst von der aufgehenden Sonne wachgeküsst wird. Siehst du den diamantenen Tau tropfen?
Das Sonnenlicht malt Gemälde aus Licht und Schatten auf unsere noch winterweiße Haut. Ich weiß, wenn ich meinen Kopf drehe, sehe ich dein Gesicht, das so nah an meinem liegt. Ich bewege mich nicht.

Immer wieder trocknen die warmen, weichen Sonnenstrahlen meine Tränen, die drohen, das Kunstwerk auf meinen Wangen zu verwischen. Und obwohl ich dich nicht sehe, weiß ich, dass du mich anblickst. Aber ich darf mich nicht rühren, darf das Schattenspiel nicht zerstören. Und so wird der Tanz der ineinander verwobenen Gegensätze nicht unterbrochen. Nicht von mir, nicht von dir.
Nein, niemand.

Ich spüre das Leben, unter mir, neben mir, wie es vibriert, im Puls der Erde. Diese Lebendigkeit erschüttert meinen angststeifen Körper und ich vergesse meine Scheu.

Ich drehe meinen Kopf und da bist du, deine alten Augen im so jungen Gesicht und es scheint, als hättest du ewig gewartet auf diese kleinste Bewegung, die meine ganze, winzige Welt aus ihrer Bahn wirft.

Werbeanzeigen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s