tonlos

Lange Zeit dachte ich, dass es knallt, wenn eine Welt zerspringt. Kann etwas so großes leise vergehen?
Nein. Es dröhnt, ächzt, explodiert, implodiert; jedenfalls in meiner Vorstellung.

– Wieso machst du dir Gedanken über den Klang der Zerstörung?
– Wieso nicht?

Kurze Zeit nachdem ich den ersten Riss in meiner Glaskugel entdeckt hatte, jenes erste Zeichen der Vergänglichkeit, bemerkte ich das Fehlen der Geräuschkulisse.

– Wieso denn? Wie kannst du denn hören, dass du etwas nicht hörst?
– Wie nicht?

Plötzlich setzt die Stille ein. Jene Tonlosigkeit, die ich erwartet, aber nicht vermutet hatte. Die Grausamkeit der Isolierung trifft mich hart, zerrt an meinem ganzen Körper. Mein Schreien, mein Weinen, all das ist da, aber doch nicht, da du es nicht hörst.

– Wieso ist etwas da, das niemand hört?
– Ist es nicht.

Werbeanzeigen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s