unsichtbar

es dämmert und das straßenlaternenlicht radiert die augenringe aus unseren bleichen gesichtern.
– lass uns den kleinen italiener nicht vergessen, niemals
ich blicke in deine richtung, als du das murmelst und das verlangen, dich zu küssen, meine wange an deine brust zu drücken ist so groß.
starr und unbeweglich bleibe ich stehen.
– gut gemacht, bestätigt diese furchtbar vernünftige stimme in meinem hinterkopf
– halt die klappe, sage ich

wir beide stehen ziemlich verloren und viel zu weit voneinander entfernt nebeneinander. inzwischen ist es dunkel geworden an dieser bushaltestelle, an der bald der bus halten wird, um dich wegzubringen von mir.
– lass uns noch mal zu dem italiener gehen, ok? später, irgendwann
als du das murmelst -mehr zu dir selbst als zu mir- kann ich dich nicht mehr ansehen
– bald
übertöne ich die stimme in meinem kopf. du kannst sie nicht hören, aber ich
– also nie?

dein bus kommt, ein kaum spürbarer und nur millisekunden andauernder abschiedskuss brennt sich auf meine lippen und du bist verschwunden.

das straßenlaternenlicht malt unsichtbare sehnsuchtstränen unter meine wieder sichtbaren augenringe

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