to those who fight

this is
to those who
fight as if their life depends
cause it does

this is
to those who
go through unbearable pain
without loosing everything
yet they do

and this is
to me too, for being braver
then I ever remembered
and only know when
you tell me

so this is
to those you fight
your strength shakes my bones
your weakness trembles in my heart

this is to you. and me too.

 

wo wir uns verloren haben

gäbe es einen augenblick
zu dem ich zurückkehren
den ich ändern könnte

existierte ein ort
zu dem ich wandern
den ich wandeln könnte

hätte es je einen moment
gegeben, der alles entschied
für immer – für ewig

gäbe es einen zeitpunkt
ich würd ihn belassen
und umkehren – niemals

© natalie b., 2015

die ersten worte
sie sollen bedeutsam sein
ich will sie halten, wie ein kind
sie in den erstarkenden armen wiegen

meine ersten worte
leg ich in die ewigkeit
und eine ewigkeit liegt in ihnen

kleide sie in
sanftmut verschiedenster farben
wispre und trample nicht, sei
nie zu laut, doch niemals zu leise

hülle sie in dein klingstendes schweigen
denn diese worte lege ich in die ewigkeit
und eine ewigkeit liegt in ihnen

auf und unter meiner haut

wortlos erzählen wir
einander unsere geschichten
meine male ich rhythmisch auf
und unter meine haut

neben dem herzen
märchen in deiner schönsten schrift
über sonnige tage im dunkel und
so manche stunde im regen

meine augen zeichnen mich
merk mir mein reinstes, bestes gefühl
denn wiedersehenslächeln schmeckt immer
seltener salzig jetzt

sanfte muster umranken
meinen körper, meine wahrheit
so werde ich mandala, so fang ich mich
in neuen farben ein

©nataliebella

Worte zur Nacht

 

 Sie drückt die Stirn an die Wand,
 weil sie einen kühlen Kopf bewahren will.
 Bis kalte Gänsehaut über ihren Körper jagt
 und dunkle Gedanken all das Licht ertränken, 
 das sie tagsüber dem Himmel stahl. 
 
 
 In Schwarz-weißer Unsichtbarkeit 
 seht ihr sie tanzend in der Nacht, 
 denn wenigstens in ihren Träumen
 lernt sie zu fliegen.
 
 
 Erträgt sie die Stille nicht mehr
 murmelt sie leise Geschichten ins Dunkel, 
 die im Schwarz beginnen zu glühen.
 Aus Worten spannt sie sich einen Sternenhimmel.
 Aus Worten malt sie sich eine reine Welt. 
 
 
 
                      Natalie Bella, 14.01.16

geist

worte bauen sich vor mir auf
wie eine geisterstadt im nebel
taste mich zögernd näher
und versinke im weiß

sätze in worte in buchstaben
zerfällt der sinn der bedeutung
in meinen immerkalten händen
doch ich seh nur zu

der puls dieser zeitlosigkeit
kribbelt in meinen fingerspitzen
ich bin nicht im warten, sehnen
ich bin in diesem augenblick

wenn zuckerwatte aus dem himmel fällt

wenn zuckerwatte aus dem himmel fällt
warten wir, bis schneeflocken
prickelnd auf unserer zunge
tauen und wir erschauern jedes mal

eiskristalle schweben so leicht
auf unser lachen zu, dass wir
beginnen , die existenz der
schwerkraft ernsthaft zu bezweifeln

hand in hand im schneesturm
lassen wir uns umwirbeln
bis wir zum schneeengel werden
unsere weißen schwingen ausbreiten

denn wenn wieder zuckerwatte
in unsere gesichter fällt
werden wintermärchen wahr
und menschen lernen fliegen

©nataliebella, 26.11.2015